| Start Wien-Bukarest-Cluj per
Flugzeug, von dort fuhren wir mit unserem Dolmetscher in einem für uns
gemieteten Bus in Richtung lustiger Friedhof, über den Prislop Paß Richtung Suceava, Campulung,
über Moldava Sulitza (1.200m) in die 1300-1500 m hoch gelegene Lucina, Radautz,
Mitoc, zurück über den roten
See, über die Karpaten nach Brasov und weiter nach Bukarest. Die
wirtschaftlichen Verhältnisse von Land
und Leuten hatten sich im Vergleich zu unseren Reisen in die Luczina zwischen 1995
und 1999 doch schon wesentlich und sichtbar verbessert. Und auch private Abstecher zu
Kulturdenkmälern waren einfacher geworden. Nicht wesentlich verändert hatte sich die
Anzahl der armen, bettelnden Straßenkinder vor den Gartentürln, dahinter die
Schwestern, Mütter und Großmütter, in den verfallenen Hütten versteckt die
Väter, die das erbettelte Geld den Frauen wieder abnahmen, zumeist um es gleich
wieder in flüssiges Brot umzusetzen. |

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| Luczina, das Stammgestüt
der Huzulenpferde, 1856 errichtet von Maria Theresia, noch in halbwilder Zucht
bei freier Weidehaltung, ab 1877 dann mit neu zusammengestelltem Zuchtmaterial für die geregelte Zucht von Huzulenpferden.
Die Zufahrtsstraßen in die Lucina wurden für forstwirtschaftliche
Transportzwecke mittlerweile verbessert, so daß man statt wie früher mit 10
km/h, nunmehr bereits mit 30km/h mit dem Auto/Bus fahren konnte. Das Gestüt bzw.
der Forst arbeitet bereits unterstützt mit Traktoren und die Bevölkerung hat im
eigenen kleinen Bauernsacherl sein karges Einkommen oder findet in der
Land- und Forstwirtschaft im und um das Nationalgestüt Hergelia Lucina Arbeit.
Immer noch sind die Pferde im Karpatenraum, mit kleinen landwirtschaftlichen
Strukturen, ein nicht wegzudenkender Partner für die Bauern. Daher war das
Huzulengestüt, wo immer noch an die 100 Landbeschäler der Rasse Huzulen und
zusätzlich die etwas größeren und schwereren Molid gezüchtet wurden, um die
Pferde mit 4 Jahren der Landbevölkerung zur Arbeit und zum Bedecken der Stuten
zur Verfügung zu stellen, ein für die Bauern überlebenswichtiger
wirtschaftlicher Faktor, zumindest bis zu unserem Besuch im September 2003.
Vermutlich sind in den Jahren zwischen 2003 und heute auch in Rumänien schon
viele gute und durch Jahrhunderte verläßliche Pferde in der Land- und
Forstwirtschaft durch Traktoren ersetzt worden. |

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| Auf den großflächigen
Hochebenen, von Buchenwäldern umgebenen Weiden, vor
herrlicher Kulisse und in unmittelbarer Nähe zur Stutenherde mit Fohlen, wurden wir
von den Verantwortlichen aus Forst und Cai de Rasa zu Köstlichkeiten zu eigenen
landwirtschaftlichen Produkten des Gestütes und der Umgebung eingeladen. Wie mich
schon öfter bei meinen
Besuchen in der Lucina, begleiteten auch uns diesmal milde, wärmende
Strahlen der Sonne. Keine grelle, blendende Sonne, sondern ein ganz eigenartiges
Licht, das
für mich diese besondere, bezaubernde Aura in der Lucina ausmacht. |

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| Am nächsten Tag besuchten
wir Mitoc, das nahe von Radautz gelegene Gestüt der Shagya-Araber, wo wir eine
Vorführung der wichtigsten und schönsten Zuchttiere erleben durften. Und
wieder wurde in freundschaftlicher Atmosphäre, bei guten Gesprächen, versorgt
mit reichlich köstlichen Speisen und Getränken und mit gegenseitigen Trinksprüchen
auf in Zukunft vermehrte Zusammenarbeit in Sachen Huzulen und regelmäßige
Meetings angestoßen. |

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| Am Abend desselben Tages fand dann
das Seminar im Rahmen des III. Internationalen Huzulen-Meetings in in einer
großen Jagdhütte in der Nähe von Campulung statt.
Dabei gab es Länderberichte von Dr. Sandor Balan zu rumänischer, von Dr.
Maciej Jackowski zu polnischer, von Univ. Prof. Dr. Manfred Maier zu
österreichischer und von Fam. Hanke zu bayrischer Huzulen-Zucht. Bei Speis
und Trank und am wärmenden Lagerfeuer wurde noch bis spät abends lebhaft
miteinander diskutiert. |

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| Tags darauf machten wir
einen Besuch am
wöchentlichen Markttag in Radautz. Es war dieser Tag schon in vieler Hinsicht
ein Ereignis der besonderen Art. Nach dem Marktbesuch folgten wieder Besuche in Kirchen und Klöstern,
Kaligraphien, in einer Keramik Fabriken und im Museum. |

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| Den Abschluß und Ausklang
unserer Reise in die Lucina bildete die Einladung durch unsere Gastgeber ins
Freilichtmuseum, in eine huzulische Blockhütte und mit original huzulischer Musik, gespielt von professionellen und
bekannten Musikern aus Campulung Moldavenesc. Mit einem guten Essen aus der
rumänischen Küche und in freundlicher Atmosphäre ging dort der offizielle Teil
des III. Internationale Huzulen Meeting, veranstaltet vom ÖZP, zu Ende. Es waren
dies schon ganz besonders interessante und unvergeßliche Tage, die uns Huzulen
Züchtern hier in der Lucina von den Verantwortlichen aus Forst und Cai de Rasa
geboten worden waren. |

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| Richtung heimwärts
trennten sich dann die Wege der polnischen Gruppe mit Mary und Tereza
Berkan, Anna Deszczynska, Maciej Jackowski und Zbigniew Radziejowski von
unserer Route. Über den roten See, durch die Karpaten, der Besichtigung des
schönen, einzigen und noch mit 120 Schwestern belegten Nonnenkloster, einer
Nacht im Burghotel der schönen Stadt Brasov, und einem Besuch im Flughafenhotel
bei Bukarest, wo wir den Rotweinbestand des Restaurants auf Null gestellt haben,
ging`s wieder zurück nach Österreich. |

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| Die Frage stellt
sich, wie lange noch in Zukunft wird in unserer immer mehr nur auf Kommerz und
Profit orientierten Zeit eine Züchterreise zum Nationalgestüt für Huzulen in die
Lucina, oder auch in andere Nationalgestüte möglich sein? Wie lange wird es
diese wunderbaren Huzulen Pferde noch geben? Wie lange wird man diejenigen noch
wollen, die man heutzutage eigentlich nicht mehr braucht? Mit welchen neuen
Aufgaben kann man ihr Überleben sichern? |