Rumänien-LUCINA, im September 2003

Im Rahmen der Aufgaben des Ursprungszuchtbuches für Huzulen (bis 2004 im ÖZP) plante Prof. Dr. Manfred Maier ein III. Internationale Huzulen-Meeting mit Seminar abzuhalten. Unserem Wunsch, diese internationale Veranstaltung in der Lucina abhalten zu können, kamen die Verantwortlichen der Cai de Rasa und dem Forstministerium in Bukarest gerne nach. Dazu organisierte ich für interessierte Huzulen Züchter eine kleine Kulturreise nach Rumänien mit Besichtigungen von Kirchenburgen und Klöstern. Wobei als Highlight der Reise der Besuch des Huzulen Gestütes in der Lucina, der Besuch von Radautz/Mitoc mit den Shagya Arabern und ein Seminar vorgesehen waren. Für alle, die an dieser unvergesslichen Reise mit lustigen Situationen durch das schöne Rumänien, in die bezaubernde Hochebene Lucina, nach Mitoc teilgenommen haben, hier einige Fotos zum Erinnern. Und für diejenigen, die noch nie in Rumänien waren, ist`s vielleicht ein Anreiz hinzufahren. Die Gastfreundschaft der rumänischen Bevölkerung ist sprichwörtlich, und die Schönheiten der Kirchenburgen, Klöster und der Landschaften unterwegs sind beeindruckend. 

Start Wien-Bukarest-Cluj per Flugzeug, von dort fuhren wir mit unserem Dolmetscher in einem für uns gemieteten Bus in Richtung lustiger Friedhof, über den Prislop Paß Richtung Suceava, Campulung, über Moldava Sulitza (1.200m) in die 1300-1500 m hoch gelegene Lucina, Radautz, Mitoc, zurück über den roten See, über die Karpaten nach  Brasov und weiter nach Bukarest. Die wirtschaftlichen Verhältnisse von Land und Leuten hatten sich im Vergleich zu unseren Reisen in die Luczina zwischen 1995 und 1999 doch schon wesentlich und sichtbar verbessert. Und auch private Abstecher zu Kulturdenkmälern waren einfacher geworden. Nicht wesentlich verändert hatte sich die Anzahl der armen, bettelnden Straßenkinder vor den Gartentürln, dahinter die Schwestern, Mütter und Großmütter, in den verfallenen Hütten versteckt die Väter, die das erbettelte Geld den Frauen wieder abnahmen, zumeist um es gleich wieder in flüssiges Brot umzusetzen.   
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Luczina, das Stammgestüt der Huzulenpferde, 1856 errichtet von Maria Theresia, noch in halbwilder Zucht bei freier Weidehaltung, ab 1877 dann mit neu zusammengestelltem Zuchtmaterial für die geregelte Zucht von Huzulenpferden. Die Zufahrtsstraßen in die Lucina wurden für forstwirtschaftliche Transportzwecke mittlerweile verbessert, so daß man statt wie früher mit 10 km/h, nunmehr bereits mit 30km/h mit dem Auto/Bus fahren konnte. Das Gestüt bzw. der Forst arbeitet bereits unterstützt mit Traktoren und die Bevölkerung hat im eigenen kleinen Bauernsacherl  sein karges Einkommen oder findet in der Land- und Forstwirtschaft im und um das Nationalgestüt Hergelia Lucina Arbeit. Immer noch sind die Pferde im Karpatenraum, mit kleinen landwirtschaftlichen Strukturen, ein nicht wegzudenkender Partner für die Bauern. Daher war das Huzulengestüt, wo immer noch an die 100 Landbeschäler der Rasse Huzulen und zusätzlich die etwas größeren und schwereren Molid gezüchtet wurden, um die Pferde mit 4 Jahren der Landbevölkerung zur Arbeit und zum Bedecken der Stuten zur Verfügung zu stellen, ein für die Bauern überlebenswichtiger wirtschaftlicher Faktor, zumindest bis zu unserem Besuch im September 2003. Vermutlich sind in den Jahren zwischen 2003 und heute auch in Rumänien schon viele gute und durch Jahrhunderte verläßliche Pferde in der Land- und Forstwirtschaft durch Traktoren ersetzt worden.
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Auf den großflächigen Hochebenen, von Buchenwäldern umgebenen Weiden, vor herrlicher Kulisse und in unmittelbarer Nähe zur Stutenherde mit Fohlen, wurden wir von den Verantwortlichen aus Forst und Cai de Rasa zu Köstlichkeiten zu eigenen landwirtschaftlichen Produkten des Gestütes und der Umgebung eingeladen. Wie mich schon öfter bei meinen Besuchen in der Lucina, begleiteten auch uns diesmal milde, wärmende Strahlen der Sonne. Keine grelle, blendende Sonne, sondern ein ganz eigenartiges Licht, das für mich diese besondere, bezaubernde Aura in der Lucina ausmacht.  
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Am nächsten Tag besuchten wir Mitoc, das nahe von Radautz gelegene Gestüt der Shagya-Araber, wo wir eine Vorführung der wichtigsten und schönsten Zuchttiere erleben durften. Und wieder wurde in freundschaftlicher Atmosphäre, bei guten Gesprächen, versorgt mit reichlich köstlichen Speisen und Getränken und mit gegenseitigen Trinksprüchen auf in Zukunft vermehrte Zusammenarbeit in Sachen Huzulen und regelmäßige Meetings angestoßen.
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Am Abend desselben Tages fand dann das Seminar im Rahmen des III. Internationalen Huzulen-Meetings in in einer großen Jagdhütte in der Nähe von Campulung statt. Dabei gab es Länderberichte von Dr. Sandor Balan zu rumänischer, von Dr. Maciej Jackowski zu polnischer, von Univ. Prof. Dr. Manfred Maier zu österreichischer und von Fam. Hanke zu bayrischer Huzulen-Zucht. Bei Speis und Trank und am wärmenden Lagerfeuer wurde noch bis spät abends lebhaft miteinander diskutiert. 
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Tags darauf machten wir einen Besuch am wöchentlichen Markttag in Radautz. Es war dieser Tag schon in vieler Hinsicht ein Ereignis der besonderen Art. Nach dem Marktbesuch folgten wieder Besuche in Kirchen und Klöstern, Kaligraphien, in einer Keramik Fabriken und im Museum.
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Den Abschluß und Ausklang unserer Reise in die Lucina bildete die Einladung durch unsere Gastgeber ins Freilichtmuseum, in eine huzulische Blockhütte und mit original huzulischer Musik, gespielt von professionellen und bekannten Musikern aus Campulung Moldavenesc. Mit einem guten Essen aus der rumänischen Küche und in freundlicher Atmosphäre ging dort der offizielle Teil des III. Internationale Huzulen Meeting, veranstaltet vom ÖZP, zu Ende. Es waren dies schon ganz besonders interessante und unvergeßliche Tage, die uns Huzulen Züchtern hier in der Lucina von den Verantwortlichen aus Forst und Cai de Rasa geboten worden waren.  
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Richtung heimwärts trennten sich dann die Wege der polnischen Gruppe mit Mary und Tereza Berkan, Anna Deszczynska, Maciej Jackowski und Zbigniew Radziejowski von unserer Route. Über den roten See, durch die Karpaten, der Besichtigung des schönen, einzigen und noch mit 120 Schwestern belegten Nonnenkloster, einer Nacht im Burghotel der schönen Stadt Brasov, und einem Besuch im Flughafenhotel bei Bukarest, wo wir den Rotweinbestand des Restaurants auf Null gestellt haben, ging`s wieder zurück nach Österreich.
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Die Frage stellt sich, wie lange noch in Zukunft wird in unserer immer mehr nur auf Kommerz und Profit orientierten Zeit eine Züchterreise zum Nationalgestüt für Huzulen in die Lucina, oder auch in andere Nationalgestüte möglich sein? Wie lange wird es diese wunderbaren Huzulen Pferde noch geben? Wie lange wird man diejenigen noch wollen, die man heutzutage eigentlich nicht mehr braucht? Mit welchen neuen Aufgaben kann man ihr Überleben sichern?